Will Murphy
Lea
14.09.2022
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George MacKay
William Liam Murphy wurde, völlig ungeplant, in einem kleinen Dorf am13. Oktober 1996 in der Nähe von Dublin geboren. Nur zwei Jahre nach ihm kam seine Schwester Holly auf die Welt, was ihren Dad auch nicht dazu brachte, früher vom Polizeidienst nach Hause zu kommen. Will mochte das kleine Dorfleben und obwohl es Daheim manchmal krachte, weil sein Vater schlechte Laune hatte, war Will ein zufriedenes und glückliches Kind.

Erst mit dem Umzug nach Chicago änderte sich das. Will verstand so gar nicht, warum sie ihr ländliches Leben für eine riesige Großstadt aufgeben sollten. Es gab einige Kids, die ihn für seinen starken Akzent ärgerten, woraufhin Will schon immer mit Fäusten und lauten Worten geantwortet hatte. Irgendwann hörten die Kids dann mit ihren Sprüchen auf und Will trainierte heimlich zu Hause, wie man so sprach, wie seine Mitschüler*innen. Problematischer war allerdings seine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Mit fünf Jahren wurde festgestellt, dass vor Wills Augen die Buchstaben manchmal verschwommen. Seine Mutter übte nur noch mehr mit ihm, wohingegen sein Dad meinte, das würde sich schon rauswachsen. Erst in der Schule wurde Will damit so richtig konfrontiert und hatte dadurch Schwierigkeiten mit dem Stoff mitzukommen, obwohl er eigentlich ein guter Schüler war. Durch zusätzliche Programme kam er irgendwie durch – bis die Pubertät an die Tür klopfte. Will wurde von seinem Dad zum Fußball gezwungen und generell herrschte dicke Luft im Hause Murphy. Er hatte große Probleme, zu verstehen, dass er nicht auf Mädchen stand und verbarg die Wahrheit sogar vor sich selbst.

Als er fünfzehn Jahre alt wurde, kam sein jüngster Bruder auf die Welt – ein weiterer Unfall der Murphy-Familie. Für Will war es total seltsam, jetzt noch ein Geschwisterchen zu bekommen, doch er freute sich tierisch auf den Nachwuchs und selbst das Babysitten zwischendurch mit Holly und seiner Mutter fand er gar nicht so übel.

Dass Will nicht wirklich frei entscheiden konnte, was er später mal beruflichen machen würde, wurde ihm schon früh genug von seinem Dad eingetrichtert. So wurde Will regelrecht gebrainwashed, mit achtzehn Jahren der Army beizutreten. Mit seinem Schicksal hatte er sich abgefunden. Bis er achtzehn wurde, machte er in drei verschiedenen Einrichtungen Freiwilligendienst, was sich ebenfalls gut im Lebenslauf verkaufen würde. Er arbeitete bei der freiwilligen Feuerwehr, im örtlichen Sozialwesen und am Hafen.

Mit achtzehn Jahren konnte er endlich der Army beitreten – er hatte sich auf die Royal Navy spezialisiert, da Will schon immer gerne Zeit am Wasser verbrachte. Er absolvierte zehn Wochen hartes Training und wurde mehrfach auf seine Dyslexie hingewiesen. Eigentlich wäre das ein Ausschlusskriterium für die Marine gewesen, doch hin und wieder nahmen sie auch Soldaten mit Handicap auf. Wills Noten waren durchweg gut, er war sportlich begabt und so gewährte man ihm auch bei der Verpflichtung für drei Jahre den Eintritt. Die Dyslexie war schon lange nicht mehr so schlimm wie vor zehn Jahren, auch wenn sie Will im Alltag dennoch ständig begleitete. Ein ganzes Buch lesen konnte er nur selten und mit sehr viel Konzentration. Texte ließ er sich von Sprachprogrammen vorlesen, womit er auch selbst eigene Sätze verfasste. Man klärte ihn aber schon damals auf, dass er für eine Offizierslaufbahn weiter daran arbeiten musste und man ihm das Studium nur mit absoluten Bestnoten nach der Ausbildung gewähren würde.

Will hatte viel Glück bei seiner bisherigen Laufbahn, da sogar sein Chef sich dafür einsetzte, dass er weitermachen durfte. So viel Talent, Willen und Durchhaltevermögen hatte er selten gesehen und da sollte „so ein bisschen Dyslexie“ ja nicht im Wege stehen. Auch beim Medizincheck kam Will gut durch, sodass nur noch das Bewerbungsgespräch im Weg stand. Er hatte so hart dafür gearbeitet, so schwer trainiert und einige Empfehlungsschreiben in der Tasche, dass man ihn trotz seiner Lese-Rechtschreib-Schwäche für das Studium annahm. Er legte das Reliable Screening ab, machte weitere zehn Wochen ein Übungstraining und konnte dann endlich das Studium beginnen.

Will merkte immer mehr, wie er zwar seine Geschwister vermisste, seine Eltern jedoch nicht. So führte er die Telefonate mit seiner Mutter nur gezwungenermaßen und hatte seinen Vater maximal an den Feiertagen am Hörer. Der war vermutlich auch froh, dass der Große aus dem Haus war und seine Tochter bereits in der Bäckerslehre steckte. Wenn er mit seinem Dad sprach, ging es immer nur um den Job und darum, ob er schon ein nettes Mädchen kennengelernt hatte, was Will jedes Mal einen Stich versetzte. Er konnte es ihm nicht sagen. Er hatte mit niemandem bisher darüber gesprochen, wieso also mit seinem Dad? Will versank im schlechten Gewissen und wusste doch zugleich, dass seine Eltern ihn niemals verstehen würden …

In der Studienzeit hatte Will vereinzelt Probleme mit seinen Kollegen. Er musste sich die sämtliche Bandbreite an Beschimpfungen anhören, nur weil er mal erzählt hatte, dass er das Musical „Hairspray“ mochte. Ab sofort war er als „Schwuchtel“ abgeschrieben. Einige Leute mieden ihn sogar – was Will egal war. Outen konnte er sich trotzdem nicht, nicht vor ihnen … Er machte einfach weiter und immer weiter und ignorierte all jene, die ihm nichts Gutes wollten, bis er seinen Kadetten-Rang erreicht hatte.

Nach dem dreijährigen Studium war Will für ein paar Wochen zu Hause und nahm sich fest vor, sich vor seiner Familie zu outen. Sein Vater war allerdings nur an einem einzigen Abend zu Hause und hatte dermaßen schlechte Laune, dass Will kein Wort herausbekam. Nicht einmal seiner Schwester, zu der er ein gutes Verhältnis hatte, konnte er etwas erzählen. So kehrte er zur Marine zurück, völlig von sich enttäuscht und ängstlich, dass es immer so weitergehen würde …

Mit 25 wurde Will zum Sub-Lieutnant ernannt, wodurch er in einer neuen Position wieder etwas gefunden hatte, worauf er sich konzentrieren konnte. Er machte weiter mit dem heimlichen Partyleben, hatte ab und an ein Date, wenn es ihm an Romantik fehlte und beschloss, das Jahr noch durchzuziehen und dann irgendwann einen Job in der Marine zu finden, bei dem er nicht ständig durch die Welt reisen musste. Allerdings kam ihm auf einem Einsatz eine mittelschwere Explosion in die Quere. Die Gruppe hatte sich gerade erst in Quebec an einem Trainingslager aufgehalten. Will war für die Einweisung der neuen Kadetten zuständig gewesen, wobei einer von ihnen eine Übungsgranate nicht ordentlich entsicherte. Das Ding war dem armen Kerl um die Ohren geflogen, hatte ihm zum Glück aber nur einen Finger abgerissen – da konnte man fast froh sein, dass sie nur Übungswaffen verwendet hatten. Will stand dummerweise im Schussfeld und hatte einige Splitter abbekommen und war seitdem auf einem Ohr taub. Er wurde sofort in Reha zurück nach Vancouver geschickt, wo man feststellte, dass er sich auch im Schutzinstinkt einige Sehnen des linken Handgelenks gerissen hatte. Damit war er mindestens für ein halbes Jahr vom Dienst ausgeschlossen. Na ja, immerhin gab’s Krankengeld.

Für Will war das eine verdammt seltsame Zeit. Er hatte immer etwas zu tun gehabt und jetzt, so ganz ohne Arbeit, fühlte er sich leer. Einsamkeit stand ihm noch nie gut. Die Sache mit dem Handgelenk kostete ihn mehrere Operationen und fast zwei Monate seiner Zeit und auch die Wunden in der Magen- und Seitengegend, die von den Splittern getroffen worden waren, heilten. Sein Gehör war allerdings noch immer nicht auf Vordermann … So muss er auch heute noch zweimal in der Woche zu einem Hör-Training und macht Physiotherapie. Weil Will nicht still sitzen kann, hat er drum gebeten, dass man ihn wenigstens in einem Sozialzentrum ab und an aushelfen ließ. Jetzt hat er zwar Zeit, um sich mit dem Dating und seinem Coming-Out zu beschäftigen, aber wohin das führen wird, weiß er selber noch nicht so richtig … Der 25-jährige wohnt aktuell in der 3556 S SEELEY AVE.

Good to Know
Wusstest du schon, dass ... • … seine größte Leidenschaft Musicals sind? • … sein Zweitname „Liam“ ist? • … er Tassen sammelt? • … und Briefmarken? • … er generell einen ganz schönen Sammel-Wahl hat, aber alles in Schubladen versteckt, weil ihm seine Unordentlichkeit peinlich ist? • … es in seiner Wohnung deshalb super ordentlich aussieht? • … er nichts mehr liebt als das Meer und die See? • … er sich vegetarisch ernährt? • … eine alte Spynx-Katze namens „Patti Smith“ aus dem Tierheim hat? • … er gerne irische Traditionen wahrt? • … er einen leichten irischen Akzent hat? • … Gälisch seine Muttersprache ist? • … er fast 1,90m groß ist? • … er auf einem Ohr beinahe taub ist? • … er bisher keine feste Beziehung hatte? Außer das, was zwischen Blake und ihm läuft. Was auch immer das ist. • … er nicht so wirklich weiß, ob er auch mal eine Familie gründen will, die Vorstellung davon aber eigentlich mag? • … er am liebsten auf dem Wochenmarkt einkaufen geht? • … er stundenlang an einem Kaminfeuer sitzen könnte? • … er nur so sportlich ist, weil der Job es ihm abverlangte? • … er eine Lese-Rechtschreib-Schwäche hat und auch heute deshalb lieber mit Sprach-Schreib-Programmen arbeitet? • … er am 13. Oktober Geburtstag hat? • … er überall mit dem Fahrrad hinfährt? • … Dienstag bei ihm immer Pancake Tuesday ist? • … er ein sehr begabter Fußball-Spieler ist und keinen Ball in Ruhe lassen kann? • … ihn Fußball im Fernsehen aber null interessiert? • … er Raucher ist? • … er Datteln liebt? • … er den Kleidungsstil und die Ästhetik der 1920er Jahre mag und deshalb auch gerne mal mit Hosenträgern, Fliege und Gilet rausgeht? • … er nur lange Mäntel und keine Jacken trägt? • … er aufgrund seiner Dyslexie Hörbücher lieber mag als ein gedrucktes Buch? • … er ein großer Fan von Patti LuPone ist?
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