Randall Shaw
Nug
27.08.2022
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Charlie Hunnam
Nach fünf Jahren hinter Schloss und Riegel, die er wegen eines bewaffneten Einbruchs mit Todesfolge absitzen musste, wurde RANDALL MAYNARD SHAW jüngst aufgrund guter Führung und unter Ansetzung einer einjährigen Bewährungsfrist frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen und hat damit die Chance bekommen, seine von Kriminalität und Gewalt geprägte Vergangenheit hinter sich zu lassen und sein Leben gründlich umzukrempeln. Einst ein gepatchtes Mitglied der Highway Henchmen, einem berühmtberüchtigten Outlaw-Motorradclub aus einem nahegelegenen Kaff namens McCook, arbeitet der heute 34-JÄHRIGE (* 12.04.1987) nunmehr offiziell als MECHANIKER im Repair Shop eines alten Kumpels. Daneben sorgt er an Wochenenden als Türsteher im DRUNKEN SAILOR für Ruhe und Ordnung und schaut zu, dass niemand uneingeladen das Hinterzimmer betritt, wo sich zu später Stunde noch die „Stammgäste“ des Hauses versammeln. Zu seinem Dad Paps Vater Erzeuger, dem besagtes Pub gehört, hat Randy ein recht ambivalentes Verhältnis; zum einen steht er tief in Matt Duanes Schuld, zumal er sich mitunter nur dank dessen Kontakten zur Justiz wieder seiner Freiheit erfreuen und sich mit dessen finanziellen Hilfe eine kleine, aber halbwegs feine 2-Zimmer Wohnung in der 1115 S KARLOV AVE leisten kann. Andererseits fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, und so ist weder der eine noch der andere sonderlich gut darin, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, was jeden privaten Austausch zwischen ihnen jeweils zu einer ziemlichen Tortur für beide macht. „Übung macht den Meister“ gilt wohl aber auch für Vater-Sohn-Beziehungen – hofft Randy zumindest, zumal das bedeuten würde, dass auch für ihn die Aussicht auf Sühne und Wiedergutmachung besteht, was sein eigenes familiäres Vermächtnis anbelangt: Bis vor Kurzem noch weit davon entfernt, ein Mann zu sein, dem man ohne schlechtes Gewissen die Erziehung eines Kleinkindes anvertrauen würde, hat er den Glauben, seinem VIEREINHALB JAHRE ALTEN SOHN irgendwann noch einmal ein guter Vater zu sein, eigentlich längst verloren. Dennoch: Etwas in ihm wehrt sich hartnäckig, den Kampf um den Jungen, der nach dem Ableben seiner drogenabhängigen Mutter von Randys Schwester und deren Mann aufgezogen wurde, ganz aufzugeben, steht und fällt damit doch irgendwie auch sein Wille, sich zu bessern und vielleicht einst doch noch zu einem anständigen Kerl zu werden…

Good to Know
[+] street smart, hat Grips und eine schnelle Auffassungsgabe; anpassungsfähig und robust, trotzt auch widrigsten Umständen; hat Eier in der Hose, scheut Konfrontationen nicht und kann im Handgemenge sowohl einstecken als auch austeilen; an den meisten Tagen ziemlich lässig drauf, humorvoll, hat immer einen Spruch auf den Lippen; dem weiblichen Geschlecht gegenüber zuvorkommend und ein unverbesserlicher Charmebolzen; effizient und pragmatisch, macht, während andere noch denken; great fun at parties; loyal, allerdings nur einer Handvoll Leuten gegenüber; in gewisser Hinsicht sehr introspektiv, was man ihm auf den ersten Blick nicht zutrauen würde; hat – trotz seiner Vergangenheit – einen starken inneren moralischen Kompass und gibt sich jetzt Mühe, das Richtige zu tun, auch wenn es ihm nicht immer gelingt; verlässlicher, einfühlsamer Freund und liebevoller Vater, wenn auch in letzterer Rolle völlig überfordert; sehr leidenschaftlich, liebt bedingungslos (kann aber auch genauso unbändig hassen); ist im tiefsten Innern ein Träumer und Idealist und hat das Herz am rechten Fleck, auch wenn er selbst nicht immer ganz davon überzeugt ist

[-] ungeduldig; schnell frustriert mit sich selber und geplagt von Selbstzweifeln, braucht jemanden, der ihn pusht und an ihn glaubt, gibt sonst schnell auf oder sich selbst keine zweite Chance; stur und unbelehrbar, muss immer erst selbst auf die Schnauze fallen, um daraus zu lernen; neigt dazu, bei der Verfolgung seiner Ziele einen Tunnelblick zu entwickeln; Rebell, tut sich sehr schwer damit, sich ins geregelte Gefüge der Zivilgesellschaft einzugliedern; in der Liebe ziemlich eifersüchtig; kritikunfähig; äußerst nachtragend, vergibt nur selten und sehr widerwillig; verfällt immer mal wieder in alte Verhaltensmuster, die weder ihm, noch seinem Umfeld gut tun; voreingenommen, geprägt vom konservativen Gedankengut des Milieus, in dem er aufgewachsen ist; stolz, leicht zu kränken; hin und wieder ziemlich kindisch in der Art und Weise wie er mit Konflikten umgeht; impulsiv, hat ne relativ kurze Lunte; wird, wenn er wütend ist, irrational; löst Probleme auch mal mit Gewalt, wenn’s anderswie zu lange dauert

[EVERY DAY IS A NEW BOX, BOYS. YOU OPEN IT, YOU TAKE A LOOK AT WHAT’S INSIDE. YOU’RE THE ONE WHO DETERMINES IF IT’S A GIFT…OR A COFFIN.]

  • Randall kommt als unbeabsichtigtes Nebenprodukt eines Techtelmechtels zur Welt; sein Vater, Matt Duane, bezahlt zwar Kindsunterhalt für ihn, glänzt aber ansonsten während seiner Kindheit mit Abwesenheit.

  • Auf der Suche nach Ersatzanwärtern für die Vaterrolle gerät seine Mutter immer wieder an die falschen Männer; ihre Beziehungen sind sprunghaft, halten selten länger als ein Jahr, und beruhen im Regelfall nicht auf irgendwelchen profund romantischen Gefühlen, sondern dem persönlichen Notstand erwachsenen Überlegungen. Den Kindsvater um Hilfe zu bitten, lässt wiederum ihr Stolz nicht zu; lieber hangelt sie sich von einer toxischen, häufig von Gewalt geprägten Liebschaft zur nächsten, ihren heranwachsenden Sohn im Schlepptau.

  • Randall ist sechs Jahre alt, als seine Schwester Elinor (genannt "Nell") auf die Welt kommt. Ihr Vater – Gerrard Walden – ist im Unterschied zu den vorangegangenen Stechern seiner Mutter keine absolute Nullnummer, sondern als geläuterter Biker ein anständiger Kerl mit großem Herz, solidem Job und geregeltem Einkommen. Er ist der einzige seiner Stiefväter, mit dem Randall je Freundschaft schließt und dessen Faszination für Motorräder dem Jungen in Fleisch und Blut übergeht.

  • Vier Jahre erlebt Randall mehr oder minder glückliches Familienleben, bis sein Stiefvater 1998 am helllichten Tag bei einem Überfall auf den Deli Store, in welchem er als Metzger arbeitet, erschossen wird, als er versucht, den Übeltätern mit seinem Hackbeil das Handwerk zu legen. Sein Tod ist ein herber Schlag für die ganze Familie.

  • Halt und Ablenkung findet Randall nach dem Ableben seines Stiefvaters im Umgang mit seiner kleinen Halbschwester, zu deren Beschützer er sich selbst ernennt. Während seine Mutter bereits wieder Ausschau nach dem nächsten Mann hält und die Kinder oftmals bis in die frühen Morgenstunden auf sich allein gestellt zurücklässt, kümmert sich Randall zuhause um Nells Bespassung und perfektioniert im Versuch, ihnen beiden etwas Warmes zum Abendessen zu machen, den Umgang mit der Mikrowelle.

  • Der neue Mann, der sodann ein halbes Jahr später zur Familie stößt, kann die Lücke, die der verstorbene Stiefvater hinterlassen hat, nicht im Ansatz schließen. Im Gegenteil macht er vor allem Randall das Leben nur noch schwerer, als es ohnehin schon ist: Als ehemaliger Soldat bei der Armee (unehrenhaft entlassen, wohlbemerkt) ist Merle Dixon es sich gewohnt, zuhause den Befehlston anzuschlagen und den großen Macker zu markieren. Zum Haushalt trägt er nicht wirklich etwas bei, hängt faul herum, trinkt öfters mal einen über den Durst und wird dann nicht selten laut, gerät wegen Kleinigkeiten in Rage und wird auch schon mal handgreiflich. Randy ist deshalb froh, dass der beruflich als Trucker tätige Dixon oft wochenlang am Stück unterwegs ist.

  • Das Umfeld, in dem Randall aufwächst, prägt ihn. Je mehr er in die Pubertät kommt, desto verhaltensauffälliger wird er. In der Schule lässt er sich immer seltener blicken, und wenn er einmal aufkreuzt, sind Probleme vorprogrammiert. Mehr als einmal wird die Mutter zum Rektor zitiert, und, als sie zum wiederholten Male den Termin nicht wahrnimmt, das Jugendamt kontaktiert. Die Behörden machen zwar mehrere Abstecher zu ihm nachhause, unternehmen aber nichts, außer die Mutter zu verwarnen.

  • Mit 16 macht Randall seinen GED-Abschluss und bricht die Highschool ab, um eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in einer Autowerkstatt anzutreten. Die Arbeit dort gefällt ihm gut, und weil er Talent hat, stellt ihm sein Ausbilder eine Festanstellung in Aussicht. Von seinen ersten drei Monatslöhnen kauft er sich ein Occasionen-Moped, welches er geschickt auf Vordermann bringt und hinter den Kulissen für illegale Straßenrennen frisiert. Dazu "leiht" er sich auch hin und wieder Material aus der Werkstatt.

  • An seinem achtzehnten Geburtstag eskaliert zuhause die Situation, nachdem ein halbstarker Randall die Übergriffe des mittlerweile ständig betrunkenen Mackers seiner Mutter nicht mehr länger einfach so hinnehmen will. Es kommt zur Schlägerei, bei der die beiden Männer völlig losgelöst von jeglicher Vernunft aufeinander eindreschen und sich auf dem Teppichboden rollen, bis Randy schließlich die Oberhand gewinnt. Wie von Sinnen prügelt er auf den am Boden liegenden ein, bis zwei Polizisten – informiert von den Nachbaren – ihn von Dixon herunterzerren und Randall in Handschellen abführen.

  • Die Nacht verbringt er in einer Zelle auf dem Polizeirevier, und er fürchtet schon, dafür, wie er Merle zugerichtet hat, ins Kittchen zu wandern. In den frühen Morgenstunden jedoch wird seine Zelle dann plötzlich aufgesperrt und ihm mitgeteilt, dass er gehen könne und da am Empfang jemand gekommen sei, um ihn abzuholen.

  • Dieser Jemand ist niemand geringerer als Matt Duane, Randalls leiblicher Vater, der sich ihm auch als genau jener vorstellt – ohne große Umschweife, ohne viel emotionales Drumherum. Leicht überfordert mit der Situation hüllt sich Randy den Rest des Abends in Schweigen, pennt auf der Heimfahrt dann vor lauter Erschöpfung auf Matts Beifahrersitz ein, wo er am nächsten Morgen zugedeckt mit einer Decke erwacht. Beim Frühstück im Diner klärt ihn sein Erzeuger sodann über den Umstand auf, dass Merle Dixon – sobald der wieder fit genug sei, um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden – der Stadt den Rücken kehren würde. Etwas in Matts Tonfall hält Randall davon ab, zu fragen, weshalb der andere sich damit so sicher war. Sodann stellt ihm sein Erzeuger die Frage, was er jetzt zu tun beabsichtige. Randall zuckt die Schultern: Naja. Heimgehen erstmal, zu Mutter und Schwester.

  • Leichter gesagt, als getan. Seine Mutter gibt nun nämlich ihm die Schuld dafür, dass sie nach der ganzen Sache wieder single und auf sich allein gestellt ist, nennt ihn ein verwöhntes Balg, hat nur wenig Verständnis für ihn übrig und fängt in den Monaten, die folgen, selbst an, zu trinken. Anfangs versucht Randy noch, zu ihr durchzudringen, sie zur Vernunft zu bringen, allerdings ohne Erfolg. Irgendwann, eines Tages, ist Wendy Shaw dann einfach weg, ganz ohne sich zu verabschieden.

  • Allein zurück bleiben Randy und Klein-Nell. Eine Weile lang versucht der Bruder, selbst für sie beide aufzukommen und sich und seine mittlerweile zwölfjährige Schwester durchzufüttern, was ihm unter Zurückgreifen auf das wenige Angesparte, dass Nells Vater für seine Tochter und Randy bei der Bank hinterlegt hat, auch gelingt. Doch als die Reserven aufgebraucht sind, beginnen sich Geldnöte bei den Shaw-Geschwistern abzuzeichnen. Diese versucht Randall zu überbrücken, indem er seine Fähigkeiten als Tuner auch außerhalb der Werkstatt für Privatkunden anbietet und anderweitig (nicht immer ganz koschere) Gelegenheitsjobs erledigt. Dadurch gerät Randall an eine Bikergang aus dem nahegelegenen McCook, deren Mitglieder sich selbst die Highway Henchmen nennen und in geschlossener Formation die Gegend rund um Chicago, Naperville und Aurora unsicher machen.

  • Als auffliegt, dass Randy Einzelteile und Werkzeug aus dem Inventar der Werkstatt für seine eigenen Zwecke "ausleiht", setzt ihn sein schwer von ihm enttäuschter Arbeitgeber per sofort frei, verzichtet aber aus Sympathie für den jungen Mann auf eine Anzeige.

  • Der Rausschmiss bewegt Randall dazu, bei den Henchmen anzuheuern, die ihm, nachdem er in der Vergangenheit einige gute Dienste für sie erledigt hat, einen Platz in ihren Reihen anbieten; da ihm selbstredend kein gutes Zeugnis ausgestellt wird und ihm anderswo die Qualifikationen fehlen, ist der Gangbeitritt auf die Schnelle die beste einer begrenzten Anzahl Optionen und zumindest in gewisser Hinsicht auch eine Art Trotzreaktion: We’re all just trying to survive somehow.

  • Das Ganze hat nur einen Haken: Was wird aus Nell? Zwar stellt ihm der Club in Aussicht, dass mit dem Sold, der ihm zusteht, für Randall und seine Schwester gut gesorgt sei; allerdings hatte es das Bikerleben so an sich, dass er nicht mehr stationär an einem Ort verweilen, sondern ab dem Zeitpunkt seines Beitritts vornehmlich den Highway sein Zuhause nennen würde. Randall steckt also in der Zwickmühle; einerseits will er seine jüngere Schwester nicht alleine zurücklassen, andererseits ist er sich aber auch bewusst, dass sie das Geld brauchen.

  • In seiner Verzweiflung wendet sich an die Verwandtschaft mütterlicherseits – jene Leute, die seine Mutter damals aus ihrer Mitte verbannten, nachdem sie unehelich mit ihm schwanger geworden war. Während er bei seinen Großeltern auf verschlossene Türen stößt, erbarmt sich letztlich eine alleinstehende Großtante der beiden Geschwister und nimmt Nell unerwartet mit offenen Armen bei sich auf. Randall fällt ein Stein vom Herzen, und obschon es ihm schwerfällt, seine kleine Schwester zurückzulassen, fühlt er, dass Nell bei ihrer Großtante besser aufgehoben ist als bei ihm.

  • Nachdem er ein Jahr lang als Prospect bei den Henchmen mitreitet, wird Randall mit 22 Jahren vollwertiges Clubmitglied, kriegt ein Stimmrecht und einen Platz am Tisch der Muttercharter, sowie eine Gehaltserhöhung. Die Hälfte seines (bar ausgezahlten) Solds bringt er jeweils seiner Schwester persönlich vorbei, welche er so oft es sein unstetes Leben als Biker zulässt, besuchen geht. Was seine Abenteuer im Club anbelangt, hält er sich ihr gegenüber jeweils allerdings sehr vage – und das hat einen guten Grund.

  • Die Liste der Verbrechen, deren man die Henchmen bezichtigt, ist keine kurze: Auf verhältnismäßig harmlosen Bagatellvergehen, wie Trinken in der Öffentlichkeit, Ruhestörung, Vandalismus, folgen organisierter Schmuggel, Waffenschieberei, Erpressung, Körperverletzung, Raub… Fakt ist: Die Bullen in und rund um Chicago haben seit seinem Beitritt ein Auge auf Randy, und das nicht zu Unrecht.

  • Randall wird völlig absorbiert vom neuen Lifestyle, dessen oberstes Gebot Loyalität den Kameraden gegenüber lautet. Die Struktur und (wenn auch chaotisch anmutende) Ordnung, die das Clubleben mit sich bringt, tut ihm gut, und seine Bikerbuddies geben ihm Halt, unterstützen ihn auch, was seine Schwester anbelangt. Er kommt mit fast allen gut zurecht, fühlt sich seit Langem mal wieder einer Familie zugehörig, mag dieses Leben, das keinen fremdauferlegten Regeln, nur einem starken inneren Kodex folgt. Auch die wilden Parties, die illegalen Boxkämpfe, bei denen er sich jeweils hervortut, und die hübschen Häschen, die ihn nachts im Bett wärmen und von denen eines – Heather – mit der Zeit zu seiner „old lady“ wird, genießt er aus vollen Zügen.

  • Die kriminellen Machenschaften des Clubs, an denen er sich beteiligt, rechtfertigt er für sich selbst derweil damit, dass jene Leute, die es trifft, meist selbst kriminell oder zumindest ordentlich Dreck am Stecken haben.

  • Dieses Rechtfertigung sich selbst und damit seine gesamte Einstellung dem Tun des Clubs gegenüber wird erschüttert, als er sich vor etwas mehr als fünf Jahren an einem Einbruch in ein Warendepot beteiligt, wo ein Munitions- und Waffenlager eines rivalisierenden MCs vermutet wird. Dabei werden er und seine Kumpanen von zwei Nachtarbeitern überrascht, die ihre Schicht unerwartet früher antreten als normal. Es kommt zum Gerangel, einer von Randalls Kumpel zieht seine Waffe, schießt, trifft den ersten in die Brust, den zweiten von hinten in den Bauch. Während der Erste auf der Stelle tot ist, bricht der zweite Schichtarbeiter in sich zusammen, fällt nach vorn und Randall in die Arme. Reflexartig fängt Randall den getroffenen Mann auf, sinkt mit ihm zu Boden. Dort begegnen sich ihre Blicke, und Randy sieht die Todesangst in den Augen seines Gegenübers.

  • Während seine MC-Kameraden ihn auffordern, zu verschwinden und sich einer nach dem anderen aus dem Staub macht, befindet sich Randall in Schockstarre, kann den Blick nicht abwenden von dem Mann, der neben ihm heftig aus seiner Bauchwunde blutend am Boden um sein Leben kämpft. Einem inneren Antrieb folgend zückt er das Handy des Mannes, das er in dessen Hosentasche findet, wählt die 911 und bestellt einen Krankenwagen. Dann übt er mit bloßen Händen Druck auf die Schusswunde aus und versucht, den langsam in die Ohnmacht hinübergleitenden Verletzten bei Bewusstsein zu halten. Erst, als aus der Ferne Sirenengeheul an sein Ohr dringt, sucht auch er das Weite.

  • Ein paar Tage später kreuzt der Sheriff und das halbe Polizeibataillon im Clubhaus auf. Randall, der seit dem Vorfall kein Auge zugetan hat und Albträume leidet, leistet, im Gegensatz zu seinen ebenfalls am Einbruch beteiligten Kameraden, keinen Widerstand, lässt sich in Handschellen abführen und landet in Untersuchungshaft. Die Anklage: Einbruch, schwere Körperverletzung, Mord.

  • Im ersten Moment ist Randall ehrlich erleichtert, als er vernimmt, dass der verletzte Schichtarbeiter die Schusswunde überlebt hat. Gleichsam gibt es mit ihm nun einen Zeugen, der sie alle vor Gericht ans Messer liefern kann. Damit rechnend, dass er aus der Sache alles andere als glimpflich herauskommen würde, gilt daher der eine Anruf, der ihm in U-Haft zusteht, der einzigen Person, von der er sich erhofft, dass sie ihm irgendwie weiterhelfen kann: seinem Vater, Matt Duane.

  • Und tatsächlich macht ihm keine vierundzwanzig Stunden nach dem Anruf ein von Matt engagierter Anwalt seine Aufwartung, der ihn ihm Weiteren auch vor Gericht vertritt. So wird Randall nach vollendeter Verhandlung nicht wie seinem Kameraden eine lebenslange Freiheitsstrafe auferlegt, sondern lediglich zehn Jahre hinter Gittern, mit Aussicht auf Bewährung nach fünfen. Das mag noch immer wie viel wirken – gerade, wenn man berücksichtig, dass Heather, seine Freundin, ihm bei einem ihrer ersten Besuche im Gefängnis offenbart, schwanger von ihm zu sein. Doch Randall ist sich seiner Schuld am Tod eines Menschen und des Traumas eines anderen bewusst, beschließt, diese Schuld zu sühnen und die Zeit im Kittchen zu nutzen, um sich auf ein Leben danach vorzubereiten und um – wie sein Stiefvater damals – danach dem Bikerdasein den Rücken zu kehren, ein Leben als anständiger Mann zu beginnen und für das Baby und seine Mutter da zu sein.

  • Seine Schwester – mittlerweile dreiundzwanzig und dank Tante Nanas Schirmherrschaft mit beiden Beinen fest im Leben stehend – ist es, die ihm die Nachricht von der Geburt seines Sohnes überbringt, und auch diejenige, die den Kleinen das erste Mal zur Visite mit ins Gefängnis bringt. Als Randall sich nach seiner Freundin und Mutter seines Sohnes erkundigt, gibt ihm seine Schwester nur ausweichend Antwort, verspricht ihm aber, dass sie Heather dabei unterstützen wird, auf Thomas, seinen Sohn, aufzupassen, sodass es ihm an Nichts fehlen würde.

  • Monate später erreicht Randall die Nachricht, dass Heather an einer Überdosis Heroin gestorben sei; seine Schwester kämpft in der Folge mit dem Staat um das Sorgerecht für Tommy. Randall – hart mitgenommen von der Mitteilung – hat Mühe, den Tod seiner Freundin, obwohl mittlerweile entfremdet, zu verarbeiten, macht sich furchtbare Selbstvorwürfe und Sorgen um seinen Sohn.

  • Da Randy droht, die Nerven zu verlieren und sich mit irgendwelchen dummen und vollkommen irrationalen Gedanken an Ausbruch seine Bewährung zu versauen, schaltet sich erneut sein Vater ein, taucht persönlich zur Visite auf, redet seinem Sohn ernst ins Gewissen und verspricht, das mit dem Sorgerecht zu regeln und gleichsam seine Schwester finanziell und anderweitig zu unterstützen. Zwar würde er selbst keine Windeln wechseln, aber er kannte genügend Leute, die zusammen schon irgendwie das Dorf bauen würden, das es brauchte, um ein Kind groß zu ziehen…

  • In den darauffolgenden Jahren tut Randall sein Möglichstes, sich innerhalb der Gefängnismauern auf ein Leben in geraden Bahnen vorzubereiten: Nebst Gruppentherapien beteiligt er sich an obligatorischen und fakultativen Arbeits- und Wiedereingliederungsprogrammen und besucht einen Weiterbildungskurs für „prison dads“.

  • Im Januar 2021 bekommt Randall sodann seinen behördlichen Freilassungsbescheid; vier Monate später, am 15. April, um acht Uhr morgens, öffnen sich für ihn die Tore des Stateville Correctional Centers, und als Randy hindurchschreitet, sieht er von fern auf dem Parkplatz bereits seine Schwester und seinen Sohn auf ihn warten...
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Well deserved beer after our first day
Benedict PrestonRandall Shaw
26.04.2021, [BRIGHTON PARK] PHOENIX REPAIR SHOP
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Randall ShawTheo Ruiz
14.05.2021, früher Abend Phoenix Repair Shop
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